Versicherungswert
Versicherungswert – Die richtige Versicherungssumme für Ihr Gebäude
Der Versicherungswert einer Immobilie ist der Betrag, der für den Wiederaufbau des Gebäudes im Schadensfall erforderlich wäre. Er wird als gleitender Neuwert berechnet: der Neubauwert des Gebäudes (Wert 1914 multipliziert mit dem aktuellen Baupreisindex) oder als fester Neuwert zu heutigen Baupreisen. Der Versicherungswert hat nichts mit dem Marktwert oder Kaufpreis zu tun.
Warum ist das wichtig?
Eine zu niedrige Versicherungssumme führt zur Unterversicherung: Im Schadensfall kürzt der Versicherer die Leistung proportional. Ist ein Haus nur zu 70 Prozent des Wiederherstellungswerts versichert und entsteht ein Schaden von 50.000 Euro, zahlt der Versicherer nur 35.000 Euro. Bei der Wert-1914-Methode (gängig bei Wohngebäudeversicherungen) wird der Gebäudewert in Mark von 1914 angegeben und jährlich automatisch über den Baupreisindex angepasst. Das schützt vor schleichender Unterversicherung durch steigende Baupreise.
Beispiel: Einfamilienhaus in Oldenburg, Wert 1914: 28.000 Mark. Aktueller Baupreisindex: 2.100 (Beispielwert). Versicherungswert: 28.000 × 21 = 588.000 Euro. Der Kaufpreis betrug nur 340.000 Euro (Grundstück nicht mitversichert, andere Bewertungsbasis). Die Versicherung deckt den tatsächlichen Wiederaufbau zu aktuellen Preisen – deshalb liegt der Versicherungswert deutlich über dem Kaufpreis.
Praxis-Tipp
Lassen Sie den Versicherungswert bei Kauf, Umbau oder Anbau von einem Sachverständigen überprüfen. Nutzen Sie die Wert-1914-Methode mit automatischer Indexanpassung, um dauerhaft gegen Unterversicherung geschützt zu sein. Nach größeren Sanierungen (neues Dach, Aufstockung) muss der Versicherungswert angepasst werden – melden Sie Veränderungen Ihrem Versicherer.
Berücksichtigen Sie Versicherungskosten im Cashflow-Rechner.

