Kontaminierung Grundstück

Kontaminierung Grundstück – Wenn der Boden belastet ist

Eine Grundstückskontaminierung liegt vor, wenn Schadstoffe den Boden oder das Grundwasser verunreinigen. Typische Kontaminanten sind Mineralöle (Tankstellen, Heizöltanks), Schwermetalle (Industriestandorte), chlorierte Kohlenwasserstoffe (chemische Reinigungen) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (Gaswerke). Das Bundes-Bodenschutzgesetz regelt die Haftung und Sanierungspflichten.

Warum ist das wichtig?

Nach dem Verursacherprinzip haftet zunächst der Verschmutzer. Kann dieser nicht herangezogen werden (Insolvenz, nicht ermittelbar), trifft die Sanierungspflicht den aktuellen Grundstückseigentümer – selbst wenn er die Kontaminierung nicht verursacht hat. Sanierungskosten können den Grundstückswert übersteigen. Bei der Finanzierung lehnen Banken kontaminierte Grundstücke als Sicherheit oft ab oder setzen den Beleihungswert massiv herab.

Beispiel: Ein Investor kauft ein ehemaliges Tankstellengrundstück in Jena für 95.000 Euro. Das Bodengutachten zeigt: BTEX-Belastung im Oberboden und Dieselkontamination bis 4 Meter Tiefe. Die Sanierung durch Bodenaustausch kostet 130.000 Euro – mehr als der Kaufpreis. Ohne vorherige Bodenuntersuchung hätte der Investor eine Fehlinvestition getätigt.

Praxis-Tipp

Beauftragen Sie bei ehemals gewerblich genutzten Grundstücken immer ein Bodengutachten vor dem Kauf. Kosten: 2.000 bis 5.000 Euro für eine orientierende Untersuchung. Vereinbaren Sie im Kaufvertrag eine Freistellungsklausel des Verkäufers für Altlasten. Holen Sie zusätzlich eine Altlastenauskunft bei der Bodenschutzbehörde ein.

Kalkulieren Sie alle Kosten mit dem Kaufnebenkosten-Rechner.