Altlastenverzeichnis

Altlastenverzeichnis – Bodenbelastungen vor dem Kauf erkennen

Das Altlastenverzeichnis (auch Altlastenkataster) ist ein behördliches Register, in dem Grundstücke mit bekannten oder vermuteten Bodenverunreinigungen erfasst sind. Zuständig sind die unteren Bodenschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte. Ein Eintrag kann von ehemaligen Tankstellen über Industriestandorte bis hin zu alten Deponien reichen.

Warum ist das wichtig?

Kontaminierte Böden können Sanierungskosten in sechsstelliger Höhe verursachen. Nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz haftet der Grundstückseigentümer für die Sanierung – auch wenn er die Verunreinigung nicht verursacht hat. Ein Blick ins Altlastenverzeichnis vor dem Kauf kann deshalb vor einer finanziellen Katastrophe schützen. Die Auskunft kostet je nach Kommune zwischen 15 und 75 Euro.

Beispiel: Eine Investorin plant den Kauf eines 1.200 m² großen Gewerbegrundstücks in Duisburg für 180.000 Euro. Die Altlastenauskunft zeigt: Auf dem Grundstück befand sich bis 1988 eine chemische Reinigung. Ein Bodengutachten ergibt Sanierungskosten von geschätzt 95.000 Euro. Ohne die Vorabprüfung hätte sie diese Kosten nicht einkalkuliert.

Praxis-Tipp

Holen Sie vor jedem Grundstückskauf eine Altlastenauskunft bei der zuständigen Bodenschutzbehörde ein. Auch wenn das Verzeichnis keinen Eintrag zeigt, kann ein Bodengutachten bei ehemals gewerblich genutzten Flächen sinnvoll sein. Vereinbaren Sie im Kaufvertrag eine Klausel zur Haftung bei nachträglich entdeckten Altlasten.

Berechnen Sie alle Kosten Ihres Grundstückskaufs mit dem Kaufnebenkosten-Rechner.