Bauherrenmodell
Bauherrenmodell – Steueroptimierte Immobilienanlage
Beim Bauherrenmodell schließen sich mehrere Investoren zusammen, um als Bauherrengemeinschaft eine Immobilie zu errichten oder zu sanieren. Jeder Teilnehmer wird anteilig Eigentümer und kann die Herstellungskosten steuerlich absetzen. Besonders attraktiv ist das Modell bei denkmalgeschützten Gebäuden, wo bis zu 100 Prozent der Sanierungskosten über 12 Jahre abgeschrieben werden können.
Warum ist das wichtig?
Das Bauherrenmodell ermöglicht hohe Steuerersparnisse in der Entstehungsphase, weil Werbungskosten wie Bauzeitzinsen, Planungskosten und Herstellungskosten sofort oder über die AfA geltend gemacht werden. Allerdings sind die Risiken nicht zu unterschätzen: Baukostenüberschreitungen, ausbleibende Mieter oder sinkende Immobilienpreise treffen die Investoren direkt. Nach mehreren Skandalen in den 1990er Jahren schauen Finanzämter besonders genau auf die wirtschaftliche Substanz solcher Modelle.
Beispiel: Fünf Investoren sanieren ein denkmalgeschütztes Wohnhaus in Erfurt. Gesamtkosten: 2,4 Millionen Euro, davon 1,8 Millionen Sanierung. Anteil pro Person: 480.000 Euro (360.000 Euro Sanierung). Bei einem Spitzensteuersatz von 42 % spart jeder Investor über den Abschreibungszeitraum rund 151.000 Euro Steuern.
Praxis-Tipp
Prüfen Sie, ob die prognostizierte Miete realistisch und ortsüblich ist. Seriöse Anbieter legen ein unabhängiges Mietgutachten vor. Achten Sie auf die Gesamtrendite nach Steuern, nicht nur auf die Steuerersparnis. Lassen Sie den Prospekt von einem steuerlich versierten Anwalt prüfen, bevor Sie investieren.
Analysieren Sie die Rendite mit dem Rendite-Check.

