Bruttorendite
Die Bruttorendite ist die einfachste Kennzahl zur Bewertung einer Immobilie als Kapitalanlage. Sie setzt die jährliche Kaltmiete ins Verhältnis zum Kaufpreis – ohne Berücksichtigung von Nebenkosten oder Bewirtschaftungskosten.
Formel
Bruttorendite = (Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis) × 100
Richtwerte
- Unter 4 %: Typisch für A-Lagen in Großstädten (München, Hamburg)
- 4–6 %: Solide Rendite in B-Städten
- 6–8 %: Gute Rendite, oft in Universitätsstädten
- Über 8 %: Sehr hoch – Leerstandsrisiko prüfen
Achtung: Die AfA (Abschreibung für Abnutzung) beträgt bei Bestandsimmobilien 2 % und bei Neubauten ab 2023 sogar 3 % des Gebäudewerts pro Jahr – ein erheblicher Steuervorteil für Vermieter.
Einschränkung
Die Bruttorendite eignet sich nur für den schnellen Vergleich mehrerer Objekte. Für eine realistische Einschätzung müssen Kaufnebenkosten, Instandhaltung, Verwaltung und Mietausfallwagnis berücksichtigt werden – das ergibt die Nettorendite.
Tipp: Besichtigen Sie die Immobilie zu verschiedenen Tageszeiten und an unterschiedlichen Wochentagen. So erkennen Sie Lärmbelästigung, Parkplatzsituation und Lichtverhältnisse.
Wie profitabel eine Immobilie ist, ermitteln Sie mit dem Bruttorendite Rechner.
Häufige Fragen
Ist eine hohe Bruttorendite immer besser?
Nicht unbedingt. Hohe Bruttorenditen findet man oft in Risikolagen mit höherem Leerstand oder Instandhaltungsbedarf. Eine moderate Bruttorendite in guter Lage kann langfristig profitabler sein.

