Effektivzins
Effektivzins – Die wahren Kosten Ihrer Finanzierung
Der Effektivzins (effektiver Jahreszins) gibt die tatsächlichen jährlichen Kosten eines Kredits als Prozentsatz an. Er berücksichtigt neben dem Nominalzins auch die Tilgungsverrechnung, Bearbeitungsgebühren, Disagio und die Auszahlungshöhe. Banken sind gesetzlich verpflichtet, den Effektivzins nach der Preisangabenverordnung (PAngV) in jedem Kreditangebot auszuweisen.
Warum ist das wichtig?
Nur der Effektivzins ermöglicht einen fairen Vergleich verschiedener Finanzierungsangebote. Ein Kredit mit 3,2 % Nominalzins und Bearbeitungsgebühr kann teurer sein als einer mit 3,4 % Nominalzins ohne Gebühr. Der Effektivzins macht diese Unterschiede transparent. Allerdings enthält er nicht alle Kosten: Bereitstellungszinsen, Kontoführungsgebühren und Schätzkosten fließen bei Immobilienkrediten oft nicht in den Effektivzins ein.
Beispiel: Zwei Bankangebote für 250.000 Euro Immobilienkredit: Bank A bietet 3,30 % Nominalzins, keine Gebühren – Effektivzins 3,38 %. Bank B bietet 3,15 % Nominalzins plus 0,5 % Bearbeitungsgebühr und 2 % Disagio – Effektivzins 3,52 %. Trotz des niedrigeren Nominalzinses ist Bank B über die Laufzeit 3.500 Euro teurer.
Praxis-Tipp
Verlangen Sie bei jedem Angebot den Effektivzins für identische Laufzeiten und Tilgungssätze. Achten Sie auf die Fußnoten – manche Banken berechnen den Effektivzins nur für die Zinsbindungsdauer, nicht für die Gesamtlaufzeit. Fordern Sie eine Gesamtkostenaufstellung an, die alle Nebenkosten des Kredits über die volle Laufzeit ausweist.
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