Eigenleistung

Eigenleistung – Selber anpacken und Kosten sparen

Eigenleistung (umgangssprachlich „Muskelhypothek“) bezeichnet Arbeiten am eigenen Bau- oder Sanierungsprojekt, die der Bauherr selbst oder mit Hilfe von Freunden und Verwandten ausführt. Typische Eigenleistungen sind Malerarbeiten, Bodenbeläge verlegen, Tapezieren, Gartenbau und einfache Trockenbauarbeiten. Komplexe Gewerke wie Elektrik, Sanitär oder Statik sollten Fachleuten überlassen werden.

Warum ist das wichtig?

Banken erkennen Eigenleistungen als Eigenkapitalersatz an – in der Regel bis zu 15 Prozent der Bausumme, maximal 30.000 Euro. Das kann den fehlenden Eigenkapitalanteil ersetzen und die Finanzierung ermöglichen oder verbessern. Allerdings überschätzen viele Bauherren ihre handwerklichen Fähigkeiten und die verfügbare Zeit. Studien zeigen: Die tatsächliche Ersparnis liegt oft bei nur 50 bis 70 Prozent der geschätzten Summe, weil Materialverschnitt, Werkzeugkosten und Zeitverluste eintreten.

Beispiel: Ein Bauherr in Oldenburg plant Eigenleistungen im Wert von 25.000 Euro: Malerarbeiten innen (3.500 Euro), Laminat verlegen (4.200 Euro), Fliesen im Gäste-WC (2.800 Euro), Tapezieren (2.500 Euro), Außenanlagen (12.000 Euro). Die Bank erkennt davon 20.000 Euro als Eigenkapitalersatz an. Tatsächliche Zeitinvestition: etwa 280 Arbeitsstunden über vier Monate.

Praxis-Tipp

Listen Sie geplante Eigenleistungen detailliert mit Stundenzahl und Materialkosten auf. Planen Sie doppelt so viel Zeit ein, wie Sie schätzen. Schließen Sie eine Bauhelferversicherung für alle Helfer ab – ohne Versicherungsschutz haften Sie bei Unfällen persönlich. Finger weg von Gewerken, die eine Fachunternehmererklärung erfordern.

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