Festzins

Festzins – Planungssicherheit über Jahre

Ein Festzins (auch Festzinssatz oder gebundener Sollzins) ist ein Zinssatz, der über eine vertraglich vereinbarte Zeitspanne konstant bleibt. Bei Immobilienfinanzierungen beträgt die Zinsbindung üblicherweise 5 bis 30 Jahre. Während dieser Zeit kann die Bank den Zins weder erhöhen noch senkt er sich bei fallenden Marktzinsen. Nach Ablauf der Zinsbindung wird eine Anschlussfinanzierung zu den dann geltenden Konditionen vereinbart.

Warum ist das wichtig?

Der Festzins gibt Kreditnehmern Kalkulationssicherheit: Die monatliche Rate bleibt über die gesamte Zinsbindung gleich. In Niedrigzinsphasen ist eine lange Festzinsbindung vorteilhaft, weil günstige Konditionen langfristig gesichert werden. In Hochzinsphasen kann eine kürzere Bindung sinnvoller sein, wenn mit sinkenden Zinsen gerechnet wird. Wichtig: Nach 10 Jahren Laufzeit hat jeder Kreditnehmer nach § 489 BGB ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht mit sechs Monaten Frist – unabhängig von der vereinbarten Zinsbindung.

Beispiel: Zwei Finanzierungsangebote für 300.000 Euro: 10 Jahre Festzins zu 3,4 % (Rate: 1.350 Euro/Monat) versus 20 Jahre Festzins zu 3,8 % (Rate: 1.450 Euro/Monat). Der Aufpreis von 100 Euro monatlich für die längere Sicherheit summiert sich auf 12.000 Euro in 10 Jahren. Steigt der Marktzins nach 10 Jahren auf 5,5 %, spart die lange Bindung über die restlichen 10 Jahre etwa 38.000 Euro.

Praxis-Tipp

Orientieren Sie sich am Zinsniveau: Bei historisch niedrigen Zinsen wählen Sie lange Bindungen (15-25 Jahre). Bei hohen Zinsen kann eine 5-Jahres-Bindung mit der Option auf günstigere Anschlussfinanzierung sinnvoll sein. Nutzen Sie das 10-Jahres-Sonderkündigungsrecht, wenn die Zinsen stark gesunken sind.

Vergleichen Sie Zinsbindungsoptionen mit dem Zinsbindungs-Rechner.