Forward-Darlehen
Forward-Darlehen – Heute die Zinsen von morgen sichern
Ein Forward-Darlehen ist ein Annuitätendarlehen, bei dem der Zinssatz heute vereinbart wird, die Auszahlung aber erst in der Zukunft erfolgt – typischerweise 6 bis 60 Monate später. Es dient dazu, sich aktuelle Zinsen für eine bevorstehende Anschlussfinanzierung zu sichern. Für jeden Monat Vorlaufzeit (Forward-Periode) berechnet die Bank einen Zinsaufschlag von 0,01 bis 0,03 Prozent.
Warum ist das wichtig?
In steigenden Zinsmärkten kann ein Forward-Darlehen tausende Euro sparen. Wer 24 Monate vor Ablauf seiner Zinsbindung ein Forward-Darlehen abschließt und dafür 0,4 Prozent Aufschlag zahlt, ist gegen weitere Zinssteigerungen abgesichert. Das Risiko: Sinken die Zinsen bis zum Auszahlungszeitpunkt, ist der Kreditnehmer an den höheren Satz gebunden. Ein Rücktritt vom Forward-Darlehen ist in der Regel nicht möglich oder kostspielig.
Beispiel: Herr Petersen in Kiel hat eine Restschuld von 195.000 Euro, Zinsbindung endet in 18 Monaten. Aktueller Marktzins: 3,6 %. Forward-Aufschlag für 18 Monate: 0,36 % → Forward-Zins: 3,96 %. Falls der Marktzins in 18 Monaten auf 4,5 % steigt, spart er 0,54 % = 10.530 Euro über 10 Jahre. Steigt der Zins nur auf 3,8 %, hätte er 0,16 % zu viel gezahlt = 3.120 Euro Mehrkosten.
Praxis-Tipp
Schließen Sie ein Forward-Darlehen nur ab, wenn Sie stark steigende Zinsen erwarten. Vergleichen Sie den Forward-Aufschlag verschiedener Banken – die Unterschiede sind erheblich. Als Faustregel: Wenn der Forward-Aufschlag weniger als die Hälfte des erwarteten Zinsanstiegs beträgt, lohnt sich die Absicherung. Nutzen Sie Zinsbarometer und Expertenprognosen als Orientierung.
Vergleichen Sie Zinsbindungsszenarien mit dem Zinsbindungs-Rechner.

