Immobilien-AIF

Immobilien-AIF – Regulierter geschlossener Immobilienfonds

Ein Immobilien-AIF (Alternativer Investmentfonds) ist ein geschlossener Immobilienfonds, der seit 2013 unter die Regulierung des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) fällt. Er sammelt Kapital von Anlegern ein, um in bestimmte Immobilienprojekte zu investieren – etwa Bürogebäude, Einkaufszentren oder Wohnportfolios. Die Mindestanlagesumme liegt für Privatanleger typischerweise bei 10.000 bis 25.000 Euro.

Warum ist das wichtig?

Vor 2013 waren geschlossene Immobilienfonds kaum reguliert, was zu zahlreichen Anlagebetrügereien führte. Das KAGB brachte strenge Regeln: Verwahrstelle (Depotbank) kontrolliert das Fondsvermögen, eine Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) managt den Fonds, und die BaFin beaufsichtigt den gesamten Prozess. Trotz Regulierung bleiben Risiken: Das Kapital ist langfristig gebunden (10-15 Jahre), ein Zweitmarkt existiert kaum, und Totalverlust ist möglich.

Beispiel: Ein Immobilien-AIF investiert in ein Büro-Neubauprojekt in Frankfurt am Main. Fondsvolumen: 45 Millionen Euro, Fremdkapital: 25 Millionen Euro. Ein Anleger beteiligt sich mit 20.000 Euro. Die prognostizierte Ausschüttung beträgt 4,5 % jährlich plus Wertsteigerung beim Verkauf nach 12 Jahren. Tatsächlich fallen die Büromieten um 15 % – die Ausschüttung sinkt auf 2,8 % und der Verkaufserlös enttäuscht.

Praxis-Tipp

Investieren Sie in Immobilien-AIF nur Kapital, das Sie langfristig nicht benötigen. Prüfen Sie die Leistungsbilanz der Kapitalverwaltungsgesellschaft und die Plausibilität der Renditeprognosen. Achten Sie auf die Weichkosten (Vertrieb, Konzeption, Verwaltung) – liegen sie über 15 Prozent, reduziert das Ihre Rendite erheblich. Diversifizieren Sie über mehrere Fonds und Nutzungsarten.

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