Kapitaldienstfähigkeit

Kapitaldienstfähigkeit – Können Sie sich den Kredit leisten?

Die Kapitaldienstfähigkeit bezeichnet die nachhaltige Fähigkeit eines Kreditnehmers, die vereinbarten Zins- und Tilgungsleistungen dauerhaft aus seinem verfügbaren Einkommen zu bedienen. Banken prüfen dieses Kriterium vor jeder Kreditvergabe anhand einer Haushaltsrechnung: Nettoeinkommen abzüglich aller Lebenshaltungskosten, bestehender Kreditraten und Unterhaltspflichten ergibt den frei verfügbaren Betrag.

Warum ist das wichtig?

Ohne nachgewiesene Kapitaldienstfähigkeit gibt es keinen Immobilienkredit. Banken verwenden Pauschalwerte für Lebenshaltungskosten: ca. 700-900 Euro für die erste Person im Haushalt und 250-350 Euro für jede weitere. Die monatliche Kreditrate darf in der Regel maximal 35 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens betragen. Einige Banken rechnen mit einem Stresszins von 6-8 Prozent statt dem tatsächlichen Zinssatz, um sicherzustellen, dass der Kredit auch bei steigenden Zinsen bedient werden kann.

Beispiel: Ehepaar Fischer, Nettoeinkommen zusammen 5.200 Euro. Lebenshaltung (Bankpauschale): 1.550 Euro. Autokredit: 280 Euro. Verfügbar für Wohnkosten: 3.370 Euro. Abzüglich Nebenkosten der Immobilie (350 Euro): maximale Kreditrate 3.020 Euro. Bei 3,5 % Zins und 2 % Tilgung ergibt das ein maximales Darlehensvolumen von rund 660.000 Euro.

Praxis-Tipp

Berechnen Sie Ihre Kapitaldienstfähigkeit vorab selbst und reichen Sie eine saubere Einnahmen-Ausgaben-Aufstellung bei der Bank ein. Tilgen Sie vor der Kreditanfrage bestehende Konsumkredite – jede 100 Euro weniger Monatsrate erhöhen das mögliche Darlehensvolumen um rund 22.000 Euro. Ein befristeter Arbeitsvertrag oder eine kurze Beschäftigungsdauer senken die Kreditchancen erheblich.

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