Mietpool
Mietpool – Geteilte Mieteinnahmen, geteiltes Risiko?
Ein Mietpool ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen mehreren Eigentümern in einem Mehrfamilienhaus, ihre Mieteinnahmen in einen gemeinsamen Topf zu geben und nach Eigentumsanteilen aufzuteilen. Ziel ist die Risikominimierung bei Leerstand: Steht eine Wohnung leer, tragen alle Pool-Teilnehmer den Ausfall anteilig. Mietpools wurden vor allem von Bauträgern und Vertriebsgesellschaften bei Steuersparmodellen eingesetzt.
Warum ist das wichtig?
Mietpools klingen auf den ersten Blick attraktiv, haben aber erhebliche Nachteile. Der einzelne Eigentümer verliert die Kontrolle über seine Mieteinnahmen und die Mieterauswahl. In der Praxis führten Mietpools häufig zu Problemen: Schlecht verwaltete Pools mit hohem Leerstand verteilten die Verluste auf alle Teilnehmer. Die Verwaltungskosten fraßen einen erheblichen Teil der Einnahmen auf. Einige Mietpool-Konstruktionen erwiesen sich als Schneeballsysteme.
Beispiel: Ein Mietpool in einem 24-Einheiten-Objekt in Gelsenkirchen: Soll-Miete gesamt 14.400 Euro monatlich. Drei Wohnungen stehen leer (Ausfall 1.800 Euro/Monat). Pool-Verwaltungskosten: 500 Euro/Monat. Verfügbar: 12.100 Euro für 24 Eigentümer. Statt 600 Euro erhält jeder Eigentümer einer Standardwohnung nur 504 Euro – 16 % weniger als bei Einzelvermietung einer vermieteten Wohnung.
Praxis-Tipp
Vermeiden Sie Mietpool-Vereinbarungen, insbesondere wenn sie vom Bauträger oder Vertrieb als Bedingung für den Kauf gemacht werden. Einzelvermietung gibt Ihnen Kontrolle über Mieterauswahl, Mietpreisgestaltung und Instandhaltung Ihrer Wohnung. Falls Sie bereits in einem Mietpool sind, prüfen Sie die Kündigungsmöglichkeiten und steigen Sie aus, sobald vertraglich möglich.
Berechnen Sie Ihre tatsächliche Nettorendite mit dem Nettorendite-Rechner.



