Mietrendite

Mietrendite – Die Kennzahl für Kapitalanleger

Die Mietrendite setzt die jährlichen Mieteinnahmen ins Verhältnis zum Kaufpreis der Immobilie. Die Bruttomietrendite berechnet sich als Jahresnettokaltmiete geteilt durch den Kaufpreis (ohne Nebenkosten). Die Nettomietrendite berücksichtigt zusätzlich die nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten und die Kaufnebenkosten – sie liegt daher immer deutlich unter der Bruttorendite.

Warum ist das wichtig?

Die Mietrendite ist die zentrale Kennzahl für die Wirtschaftlichkeit einer Kapitalanlage-Immobilie. Als Faustregel gilt: Eine Bruttomietrendite unter 3 % ist für reine Cashflow-Investoren zu niedrig – hier spekuliert man auf Wertsteigerung. 4-5 % gelten als solide, über 6 % als attraktiv (aber mit höherem Risiko verbunden, z.B. schlechte Lage). Die Nettomietrendite liegt typischerweise 1,5 bis 2,5 Prozentpunkte unter der Bruttorendite und gibt das realistischere Bild.

Beispiel: Eigentumswohnung in Magdeburg. Kaufpreis: 120.000 Euro. Kaufnebenkosten: 13.200 Euro. Jahresnettokaltmiete: 7.200 Euro. Nicht umlagefähige Kosten: 1.440 Euro/Jahr. Bruttomietrendite: 7.200/120.000 = 6,0 %. Nettomietrendite: (7.200 – 1.440)/(120.000 + 13.200) = 4,33 %. Die Differenz von 1,67 Prozentpunkten ist erheblich und zeigt, warum nur die Nettorendite für Investitionsentscheidungen taugt.

Praxis-Tipp

Vergleichen Sie immer die Nettomietrendite, nie die Bruttorendite. Kalkulieren Sie mit der tatsächlich erzielbaren Miete (Mietspiegel), nicht mit der vom Makler prognostizierten Wunschmiete. Berücksichtigen Sie mindestens 2 % Mietausfallwagnis und realistische Instandhaltungskosten. Nutzen Sie den Kaufpreisfaktor als Schnellcheck: Kaufpreis geteilt durch Jahreskaltmiete – unter 20 ist gut, über 25 ist teuer.

Berechnen Sie Ihre Mietrendite mit dem Bruttorendite-Rechner.