Nachfinanzierung

Nachfinanzierung – Wenn das Budget nicht reicht

Eine Nachfinanzierung wird nötig, wenn die ursprünglich kalkulierten Bau- oder Kaufkosten überschritten werden und das vorhandene Kapital sowie der bestehende Kredit nicht ausreichen. Typische Ursachen sind unterschätzte Baunebenkosten, ungeplante Sanierungen, Baumängel, Baupreissteigerungen oder vergessene Posten wie Außenanlagen und Küche.

Warum ist das wichtig?

Nachfinanzierungen sind teuer: Die Zinsen für den Nachfinanzierungskredit liegen häufig deutlich über dem Erstkredit, da die Bank ein höheres Risiko sieht – die Immobilie ist bereits bis zum Beleihungswert belastet, der Nachfinanzierungskredit muss nachrangig eingetragen werden. In Extremfällen lehnen Banken die Nachfinanzierung ab, und der Bauherr steht mit einem halbfertigen Rohbau da. Studien zeigen: Über 50 Prozent aller privaten Bauvorhaben überschreiten das Budget.

Beispiel: Familie Beck in Pforzheim baut ein Haus. Ursprüngliches Budget: 380.000 Euro (100 % finanziert). Tatsächliche Kosten: 428.000 Euro. Nachfinanzierungsbedarf: 48.000 Euro. Der Erstkredit hat 3,5 % Zins, die Nachfinanzierung wird mit 5,8 % deutlich teurer. Monatliche Mehrbelastung: 370 Euro. Über 10 Jahre: 44.400 Euro Mehrkosten allein für Zinsen und Tilgung der Nachfinanzierung.

Praxis-Tipp

Planen Sie von Anfang an einen Puffer von 10 bis 15 Prozent der Gesamtkosten ein. Lassen Sie die Kostenaufstellung von einem unabhängigen Bausachverständigen prüfen, bevor Sie die Finanzierung abschließen. Falls eine Nachfinanzierung unvermeidbar ist, fragen Sie zuerst bei Ihrer Erstbank an – sie kann die bestehende Grundschuld aufstocken, was günstiger ist als ein Zweitkredit bei einer anderen Bank.

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