Pacht
Pacht – Nutzen und Früchte ziehen
Die Pacht unterscheidet sich von der Miete durch ein entscheidendes Merkmal: Der Pächter darf nicht nur die Sache nutzen, sondern auch die „Früchte“ daraus ziehen – also wirtschaftlichen Ertrag erwirtschaften. Typische Pachtgegenstände sind landwirtschaftliche Flächen, Gaststätten, Arztpraxen und gewerbliche Betriebe. Der Pachtzins liegt wegen des weitergehenden Nutzungsrechts in der Regel höher als eine vergleichbare Miete.
Warum ist das wichtig?
Für Immobilieneigentümer ist die Verpachtung eine Alternative zur Vermietung, die bei bestimmten Objekten höhere Erträge bringen kann. Ein verpachtetes Restaurant bringt mehr als eine vermietete Gewerbefläche, weil der Pächter das eingerichtete Geschäft mit Inventar und Kundenstamm übernimmt. Pachtverträge haben in der Regel längere Laufzeiten (10-20 Jahre) und bieten dem Eigentümer stabile Einnahmen. Andererseits ist der Kündigungsschutz für Pächter stärker als bei Gewerberaummietern.
Beispiel: Eigentümerin eines Restaurants mit Biergarten in Bamberg. Gewerberaummiete würde 1.800 Euro monatlich erbringen. Als Pacht (inkl. vollständig eingerichteter Küche, Gastraum, Inventar im Wert von 85.000 Euro) werden 3.200 Euro monatlich erzielt. Der Pachtzins enthält eine Vergütung für die Nutzung des Inventars, das der Pächter nicht selbst anschaffen muss.
Praxis-Tipp
Erstellen Sie bei der Verpachtung ein detailliertes Inventarverzeichnis mit Zustandsbeschreibung und Zeitwert. Vereinbaren Sie eine Instandhaltungspflicht des Pächters für das Inventar und regeln Sie den Zustand bei Pachtende. Sichern Sie sich als Verpächter regelmäßige Einsicht in die Geschäftsbücher, um die wirtschaftliche Lage des Pächters im Blick zu behalten.
Berechnen Sie die Pachtrendite mit dem Rendite-Check.



