Tilgungsträger

Tilgungsträger – Alternative zur direkten Darlehenstilgung

Ein Tilgungsträger ist ein Sparprodukt, das parallel zu einem endfälligen Darlehen bespart wird und am Ende der Laufzeit die Darlehensrückzahlung sicherstellen soll. Klassische Tilgungsträger sind Kapitallebensversicherungen, Bausparverträge und Fondsansparpläne. Der Kreditnehmer zahlt an die Bank nur Zinsen und an den Tilgungsträger die Sparraten.

Warum ist das wichtig?

Das Tilgungsträger-Modell war in den 1990er und 2000er Jahren populär, insbesondere in Kombination mit Kapitallebensversicherungen. Die Idee: Die Rendite des Tilgungsträgers übersteigt den Darlehenszins, und die Zinsen für das endfällige Darlehen sind bei Vermietung voll absetzbar. In der Praxis haben viele Tilgungsträger die prognostizierten Renditen nicht erreicht: Lebensversicherungen lieferten statt 5 % nur 2-3 % Rendite, und am Laufzeitende fehlte Geld zur vollständigen Tilgung.

Beispiel: 1998 nimmt ein Vermieter ein endfälliges Darlehen über 200.000 Euro auf (5,5 % Zins) und bespart eine Kapitallebensversicherung als Tilgungsträger. Prognostizierter Ablaufwert: 210.000 Euro. Tatsächlicher Ablaufwert 2023: 165.000 Euro. Es fehlen 35.000 Euro zur Tilgung. Der Vermieter muss nachfinanzieren – zu deutlich höheren Zinsen als damals prognostiziert.

Praxis-Tipp

Tilgungsträger-Modelle sind in der aktuellen Zinslandschaft nur noch selten sinnvoll. Die direkte Tilgung über ein Annuitätendarlehen ist transparenter und weniger risikoreich. Falls Sie noch einen bestehenden Tilgungsträger-Vertrag haben, lassen Sie prüfen, ob der prognostizierte Ablaufwert realistisch ist und ob eine Umstellung auf ein Tilgungsdarlehen wirtschaftlich vorteilhaft wäre.

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