Übergangsfinanzierung

Übergangsfinanzierung – Brücke zwischen Kauf und Verkauf

Eine Übergangsfinanzierung (auch Brückenfinanzierung oder Zwischenkredit) überbrückt den Zeitraum, in dem ein Immobilienkäufer bereits für die neue Immobilie zahlen muss, aber den Verkaufserlös der alten noch nicht erhalten hat. Sie wird als kurzfristiges Darlehen mit einer Laufzeit von 6 bis 24 Monaten gewährt und durch die zu verkaufende Immobilie oder das erwartete Eigenkapital besichert.

Warum ist das wichtig?

In einem normalen Markt dauert der Verkauf einer Immobilie drei bis sechs Monate. Wer vor dem Verkauf bereits kauft, benötigt kurzfristig Kapital für die Anzahlung oder die gesamte Finanzierung der neuen Immobilie. Die Übergangsfinanzierung ist teurer als ein regulärer Immobilienkredit (typisch 0,5-1 % über Marktzins), bietet aber die nötige Flexibilität. Das Risiko: Verkauft sich die alte Immobilie nicht wie geplant, verlängert sich die teure Zwischenfinanzierung.

Beispiel: Familie Roth in Darmstadt kauft ein größeres Haus für 450.000 Euro. Ihre Eigentumswohnung (Wert: 280.000 Euro, Restschuld: 90.000 Euro) ist noch nicht verkauft. Die Bank gewährt einen Übergangskredit über 190.000 Euro (Eigenkapital aus dem Wohnungsverkauf) für 12 Monate zu 4,2 %. Monatliche Zinslast: 665 Euro zusätzlich. Nach 7 Monaten wird die Wohnung verkauft, der Übergangskredit wird zurückgezahlt. Gesamtkosten: 4.655 Euro.

Praxis-Tipp

Vereinbaren Sie die Übergangsfinanzierung mit möglichst langer Laufzeit (18-24 Monate), um Puffer zu haben, falls der Verkauf länger dauert. Verhandeln Sie das Recht zur jederzeitigen kostenlosen Rückzahlung. Idealerweise verkaufen Sie zuerst und kaufen dann – das spart die Übergangsfinanzierung komplett. Ist das zeitlich nicht möglich, kalkulieren Sie die Zinsen als Kaufnebenkosten ein.

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