Volltilgerdarlehen

Volltilgerdarlehen – In einem Rutsch schuldenfrei

Bei einem Volltilgerdarlehen stimmt die Zinsbindungsdauer mit der Gesamtlaufzeit des Kredits überein. Das bedeutet: Am Ende der Zinsbindung ist das Darlehen vollständig getilgt – es bleibt keine Restschuld und keine Anschlussfinanzierung ist nötig. Die Tilgungsrate ist entsprechend höher als bei einem Standard-Annuitätendarlehen, dafür herrscht absolute Planungssicherheit über die gesamte Laufzeit.

Warum ist das wichtig?

Das Volltilgerdarlehen eliminiert das Zinsänderungsrisiko vollständig. Wer in Niedrigzinsphasen ein Volltilgerdarlehen über 20 oder 25 Jahre abschließt, ist vor steigenden Zinsen komplett geschützt. Banken honorieren die sichere Tilgung oft mit einem Zinsabschlag von 0,1 bis 0,3 Prozent gegenüber einem Standard-Darlehen mit gleicher Zinsbindung. Der Nachteil: Die höhere monatliche Rate kann das Budget belasten, und die Flexibilität ist eingeschränkt.

Beispiel: Darlehen 250.000 Euro, Zinssatz 3,3 %, Laufzeit 25 Jahre als Volltilger. Monatliche Rate: 1.225 Euro (davon anfänglich 688 Euro Zinsen, 537 Euro Tilgung). Gesamtzinskosten: 117.500 Euro. Zum Vergleich: 10 Jahre Zinsbindung mit 2 % Tilgung = Rate 1.146 Euro, aber Restschuld 182.000 Euro nach 10 Jahren. Falls der Anschlusszins auf 5 % steigt: 182.000 × 5 % / 12 = 758 Euro Zinsen allein – das Volltilgerdarlehen schützt vor diesem Szenario.

Praxis-Tipp

Ein Volltilgerdarlehen lohnt sich besonders in Niedrigzinsphasen und für konservative Finanzierer, die Planungssicherheit schätzen. Verhandeln Sie den Volltilger-Rabatt aktiv mit Ihrer Bank. Kombinieren Sie das Volltilgerdarlehen mit moderaten Sondertilgungsrechten (3-5 %), um bei Bedarf schneller fertig zu werden. Für Kapitalanleger kann die hohe Tilgung steuerlich nachteilig sein – prüfen Sie die individuellen Auswirkungen.

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