Zinssicherung

Zinssicherung – Schutz vor steigenden Kreditkosten

Zinssicherung umfasst alle Strategien, mit denen Immobilieneigentümer sich gegen steigende Zinsen absichern. Die gängigsten Instrumente sind: lange Zinsfestschreibung (15-30 Jahre), Forward-Darlehen (Zinssatz für die Zukunft fixieren), Cap-Darlehen (Zinsobergrenze bei variablem Zins), Bausparvertrag (günstigen Darlehenszins sichern) und Volltilgerdarlehen (kein Zinsänderungsrisiko).

Warum ist das wichtig?

Ein Zinsanstieg von 2 Prozent kann bei einer Restschuld von 200.000 Euro die jährliche Zinsbelastung um 4.000 Euro erhöhen – das sind 333 Euro mehr pro Monat. In der Zinsanstiegsphase 2022/2023 verdreifachten sich die Bauzinsen innerhalb eines Jahres. Wer keine Zinssicherung hatte und eine Anschlussfinanzierung benötigte, musste seine monatliche Rate teils verdoppeln. Manche Eigentümer waren gezwungen, ihre Immobilie zu verkaufen, weil die Rate nicht mehr tragbar war.

Beispiel: Herr Brandt hat 2032 eine Anschlussfinanzierung über 180.000 Euro. Ohne Zinssicherung: aktueller Marktzins zum Zeitpunkt = unbekannt. Mit Forward-Darlehen (3 Jahre Vorlauf): gesicherter Zins 3,8 % + 0,42 % Forward-Aufschlag = 4,22 %. Falls der Marktzins bei 5,5 % liegt: Ersparnis 1,28 % = 23.040 Euro über 10 Jahre. Falls der Marktzins bei 3,5 % liegt: Mehrkosten 0,72 % = 12.960 Euro über 10 Jahre.

Praxis-Tipp

Kombinieren Sie mehrere Zinssicherungsinstrumente: Einen Großteil über ein langfristiges Festzinsdarlehen, einen Teil über einen Bausparvertrag als Reserve für die Anschlussfinanzierung. Starten Sie die Zinssicherung für die Anschlussfinanzierung 3-5 Jahre vor Ablauf der Zinsbindung. In Niedrigzinsphasen: So lang wie möglich festschreiben. In Hochzinsphasen: Kurze Bindung plus Bausparvertrag für die Zukunft.

Vergleichen Sie Zinssicherungsoptionen mit dem Zinsbindungs-Rechner.