Vergleichswertverfahren

Das Vergleichswertverfahren ermittelt den Wert einer Immobilie durch Vergleich mit tatsächlich erzielten Kaufpreisen ähnlicher Objekte in der gleichen Region. Es ist die marktnaheste Bewertungsmethode und wird bevorzugt bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern eingesetzt.

Voraussetzungen

  • Ausreichend Vergleichsobjekte in der Umgebung
  • Ähnliche Lage, Größe, Ausstattung und Baujahr
  • Aktuelle Kaufpreise (nicht älter als 1–2 Jahre)

Achtung: Bei Eigentumswohnungen ist das monatliche Hausgeld oft der unterschätzte Kostenfaktor. Prüfen Sie die Wirtschaftspläne der letzten 3 Jahre auf Nachzahlungen.

Datenquellen

  • Kaufpreissammlung der Gutachterausschüsse: Offizielle Kaufpreise aus notariellen Verträgen
  • Vergleichsfaktoren: Durchschnittliche Preise pro m² für bestimmte Lagen und Objekttypen

Gut zu wissen: Eine längere Zinsbindung kostet etwas mehr Zinsen, gibt Ihnen aber Planungssicherheit. Bei niedrigen Zinsen lohnen sich 15–20 Jahre Bindung.

Vergleichswertverfahren

Anpassungsfaktoren

Da keine zwei Immobilien identisch sind, werden Zu- und Abschläge für Unterschiede vorgenommen: Lage, Zustand, Modernisierungsgrad, Stockwerk, Balkon/Terrasse, Stellplatz etc.

Eine erste Werteinschätzung liefert der Wohnungswert Rechner.

Häufige Fragen

Soll ich lieber mieten oder kaufen?

Das hängt von Ihrer Lebenssituation ab. Kaufen lohnt sich bei langem Zeithorizont (10+ Jahre), stabilem Einkommen und wenn Kaufen günstiger ist als Mieten plus Opportunitätskosten des Eigenkapitals.

Was passiert, wenn ich die Kreditrate nicht mehr zahlen kann?

Sprechen Sie sofort mit Ihrer Bank. Oft sind Stundungen oder Ratenanpassungen möglich. Im schlimmsten Fall droht nach mehreren Mahnungen die Zwangsversteigerung.

Kann ich eine Immobilie ohne Makler kaufen?

Ja, das spart die Maklerprovision. Suchen Sie auf Portalen nach Privatangeboten oder sprechen Sie direkt Hausverwaltungen an. Allerdings müssen Sie Marktkenntnis und Verhandlungsgeschick selbst mitbringen.