Ertragswertverfahren

Das Ertragswertverfahren ist eine der drei anerkannten Methoden zur Immobilienbewertung in Deutschland (neben Sachwert- und Vergleichswertverfahren). Es wird vor allem bei vermieteten Immobilien und Kapitalanlagen angewendet und orientiert sich am erzielbaren Ertrag. Berechnung (vereinfacht) Rohertrag: Jahresmiete (ortsüblich) − Bewirtschaftungskosten: Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfallwagnis = Reinertrag des Grundstücks − Bodenwertverzinsung: Bodenwert × Liegenschaftszins = Reinertrag der baulichen […]

Erbbaurecht (Erbpacht)

Das Erbbaurecht (umgangssprachlich Erbpacht) ist das vererbliche und veräußerliche Recht, auf einem fremden Grundstück ein Bauwerk zu errichten und zu nutzen. Der Erbbauberechtigte zahlt dem Grundstückseigentümer einen jährlichen Erbbauzins, besitzt aber das Gebäude. Eckdaten Laufzeit: Typisch 75–99 Jahre Erbbauzins: Meist 3–5 % des Grundstückswerts pro Jahr Anpassung: Erbbauzins kann alle 3 Jahre an den Verbraucherpreisindex […]

Energieausweis

Der Energieausweis gibt Auskunft über die Energieeffizienz eines Gebäudes. Er ist bei Verkauf, Vermietung und Verpachtung seit 2014 Pflicht und muss Interessenten spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden (GEG § 80). Zwei Arten Verbrauchsausweis: Basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten 3 Jahre. Günstiger (ca. 50–100 €), aber weniger aussagekräftig, da nutzerabhängig. Bedarfsausweis: Berechnet den […]

Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalrendite misst, wie viel Rendite ein Investor auf sein tatsächlich eingesetztes Eigenkapital erzielt. Sie ist die aussagekräftigste Kennzahl für gehebelte Immobilieninvestments, da sie den Leverage-Effekt der Fremdfinanzierung berücksichtigt. Formel Eigenkapitalrendite = (Jahresüberschuss ÷ eingesetztes Eigenkapital) × 100 Der Hebeleffekt Beispiel: Kaufpreis 200.000 €, 50.000 € Eigenkapital, 150.000 € Darlehen. Die Immobilie erwirtschaftet 3.000 € […]

Eigenbedarfskündigung

Die Eigenbedarfskündigung ist das Recht des Vermieters, einen Mietvertrag zu kündigen, wenn er die Wohnung für sich selbst, Familienangehörige oder Angehörige seines Haushalts benötigt (§ 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB). Voraussetzungen Berechtigter Personenkreis: Vermieter selbst, Eltern, Kinder, Enkel, Geschwister, Ehepartner, Lebenspartner, Pflegepersonal Konkreter Bedarf: Der Bedarf muss nachvollziehbar und ernsthaft sein Kündigungsfristen: 3 Monate […]

Denkmalschutz (Immobilien)

Denkmalgeschützte Immobilien unterliegen besonderen Auflagen bei Umbau und Sanierung, bieten dafür aber attraktive Steuervorteile. Die Einstufung als Denkmal erfolgt durch die zuständige Denkmalschutzbehörde des Bundeslandes. Steuervorteile (Denkmal-AfA) Vermieter: 9 % der Sanierungskosten in den ersten 8 Jahren + 7 % in den folgenden 4 Jahren abschreibbar (§ 7i EStG) Selbstnutzer: 9 % über 10 Jahre […]

Dienstbarkeit

Eine Dienstbarkeit ist ein beschränktes dingliches Recht an einem Grundstück, das im Grundbuch (Abteilung II) eingetragen wird. Sie berechtigt eine bestimmte Person oder ein anderes Grundstück zur Nutzung oder schränkt den Eigentümer in der Nutzung ein. Arten von Dienstbarkeiten Grunddienstbarkeit (§ 1018 BGB): Recht zugunsten eines anderen Grundstücks, z.B. Wegerecht, Leitungsrecht Beschränkte persönliche Dienstbarkeit (§ […]

Darlehensarten (Immobilienfinanzierung)

Bei der Immobilienfinanzierung stehen verschiedene Darlehensarten zur Verfügung. Jede hat ihre Vor- und Nachteile – die richtige Wahl hängt von der persönlichen Situation und der Marktlage ab. Die wichtigsten Darlehensarten Annuitätendarlehen: Gleichbleibende Rate, häufigstes Modell in Deutschland. Zins- und Tilgungsanteil verschieben sich über die Laufzeit. Endfälliges Darlehen: Nur Zinszahlung während der Laufzeit, Tilgung am Ende […]

Cashflow (Immobilien)

Der Cashflow einer Immobilie beschreibt den monatlichen oder jährlichen Überschuss (oder Fehlbetrag) nach Abzug aller Kosten und Finanzierungsraten von den Mieteinnahmen. Ein positiver Cashflow bedeutet, dass die Immobilie sich selbst trägt und Gewinn abwirft. Berechnung Cashflow = Mieteinnahmen − Bewirtschaftungskosten − Kreditrate Beispiel Kaltmiete: 800 €/Monat Nicht umlagefähige Kosten: −150 € (Verwaltung, Instandhaltungsrücklage) Kreditrate: −580 […]

Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag ist ein Spar- und Darlehensvertrag mit einer Bausparkasse. Er besteht aus zwei Phasen: einer Ansparphase (ca. 7–10 Jahre) und einer anschließenden Darlehensphase mit garantiertem Zinssatz. So funktioniert Bausparen Bausparsumme festlegen: z.B. 50.000 € Ansparphase: Mindestens 40–50 % der Bausparsumme ansparen Zuteilung: Nach Erreichen des Mindestguthabens und Bewertungszahl Darlehensphase: Restliche 50–60 % als zinsgünstiges […]