Nießbrauch

Der Nießbrauch (§ 1030 BGB) ist das umfassendste Nutzungsrecht an einer Immobilie. Der Nießbraucher darf die Immobilie nutzen und alle Erträge (Mieten) behalten, obwohl er nicht Eigentümer ist. Das Recht wird im Grundbuch (Abteilung II) eingetragen. Anwendungsfälle Schenkung mit Nießbrauch: Eltern übertragen Immobilie an Kinder, behalten Nießbrauch (Erbschaftsteuer sparen) Vermögensschutz: Nießbrauch sichert Einkünfte unabhängig vom […]

Nettorendite (Immobilien)

Die Nettorendite berücksichtigt im Gegensatz zur Bruttorendite alle laufenden Kosten und die Kaufnebenkosten. Sie zeigt die tatsächliche Rendite auf das investierte Kapital und ist die aussagekräftigere Kennzahl für Immobilieninvestoren. Formel Nettorendite = ((Jahreskaltmiete − Bewirtschaftungskosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten)) × 100 Was wird abgezogen? Verwaltungskosten (Hausverwaltung) Instandhaltungsrücklage Mietausfallwagnis (ca. 2–4 %) Nicht umlagefähige Betriebskosten Wichtig: […]

Nebenkostenabrechnung

Die Nebenkostenabrechnung (Betriebskostenabrechnung) ist die jährliche Abrechnung der tatsächlich angefallenen Betriebskosten gegenüber dem Mieter. Der Vermieter muss sie spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums zustellen. Pflichtangaben Abrechnungszeitraum (in der Regel Kalenderjahr) Gesamtkosten je Kostenart Verteilerschlüssel (nach Fläche, Verbrauch oder Personenzahl) Anteil des Mieters Geleistete Vorauszahlungen Nachzahlung oder Guthaben Sprechen Sie mit Nachbarn und Bewohnern […]

Modernisierungsumlage

Die Modernisierungsumlage erlaubt es Vermietern, einen Teil der Kosten für wertsteigernde Maßnahmen auf die Miete umzulegen. Seit 2019 dürfen maximal 8 % der Modernisierungskosten (statt zuvor 11 %) jährlich auf die Miete aufgeschlagen werden. Was zählt als Modernisierung? Energetische Sanierung (Dämmung, Fenster, Heizung) Wohnwertverbesserung (Balkon, Aufzug, Badezimmer) Schaffung neuen Wohnraums (Dachausbau) Maßnahmen aufgrund gesetzlicher Anforderungen […]

Mietspiegel

Der Mietspiegel ist eine Übersicht über die ortsüblichen Vergleichsmieten in einer Gemeinde. Er dient als Orientierung bei Mieterhöhungen, Neuvermietungen und der Mietpreisbremse und ist in der Regel alle zwei Jahre zu aktualisieren. Arten Einfacher Mietspiegel: Basiert auf Erfahrungswerten und Marktbeobachtungen Qualifizierter Mietspiegel: Wissenschaftlich erstellt nach anerkannten Methoden – hat vor Gericht stärkere Beweiskraft Gut zu […]

Miteigentumsanteil (MEA)

Der Miteigentumsanteil (MEA) ist ein rechnerischer Bruchteil am Gemeinschaftseigentum einer WEG. Er bestimmt das Stimmrecht in der Eigentümerversammlung und die Verteilung der Kosten – und ist im Grundbuch sowie in der Teilungserklärung festgelegt. Berechnung Der MEA wird meist nach dem Verhältnis der Wohnflächen bestimmt. Beispiel: 80 m²-Wohnung in einem Haus mit 800 m² Gesamtfläche → […]

Mietpreisbremse

Die Mietpreisbremse (§ 556d BGB) begrenzt die Miethöhe bei Neuvermietungen in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt. Die Miete darf maximal 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Wo gilt sie? Die Mietpreisbremse gilt in Gebieten, die von der jeweiligen Landesregierung per Verordnung bestimmt werden – derzeit in den meisten Großstädten und Ballungsräumen. Wichtig: Ein Energieausweis ist […]

Maklercourtage (Provision)

Die Maklercourtage (Maklerprovision) ist die Vergütung für den Immobilienmakler bei erfolgreicher Vermittlung. Seit dem 23.12.2020 gilt für Wohnimmobilien: Der Käufer zahlt maximal so viel wie der Verkäufer (§ 656c BGB). Aktuelle Regelung Halbteilungsprinzip: Käufer und Verkäufer teilen sich die Provision Gesamtprovision: Üblicherweise 5,95–7,14 % des Kaufpreises (inkl. MwSt.) Beispiel: 6 % gesamt → 3 % […]

Liegenschaftszins

Der Liegenschaftszins ist die marktübliche Verzinsung, die Käufer für eine bestimmte Immobilienart und Lage erwarten. Er ist ein zentraler Parameter im Ertragswertverfahren und wird von den Gutachterausschüssen aus tatsächlichen Kaufpreisen abgeleitet. Typische Werte Mehrfamilienhäuser: 3–6 % Eigentumswohnungen: 3–5 % Einfamilienhäuser: 2–3 % Gewerbeimmobilien: 5–8 % Gemischt genutzte Objekte: 4–7 % Bedeutung Je niedriger der Liegenschaftszins, […]

Leibrente (Immobilien)

Die Leibrente ist eine Möglichkeit, eine Immobilie zu verkaufen und trotzdem darin wohnen zu bleiben. Der Käufer zahlt statt eines einmaligen Kaufpreises eine monatliche Rente bis zum Lebensende des Verkäufers, der ein lebenslanges Wohnrecht behält. Varianten Klassische Leibrente: Monatliche Zahlung + Wohnrecht bis zum Tod Zeitrente: Monatliche Zahlung für einen festen Zeitraum Einmalzahlung + Wohnrecht: […]